Emotionsfokussierte Therapie (EFT) Landkarte



Auch: EFT-Landkarte, EFT-Fahrplan.

EFT bietet eine „Landkarte der Liebe“, auf der Sie systematisch die Schritte der Reise zu einer liebevollen Verbundenheit besonderer Art gehen können.

Phase 1

Verstehen Sie Ihre Stärken und die Muster, in denen Sie festgehalten werden.

Schritt 1: Setzen Sie sich Ziele für die Beratung; lernen Sie etwas über Ihre Beziehungsgeschichte zu verstehen und deren Einfluss auf Ihre jetzige Situation.

Schritt 2: Entdecken und beschreiben Sie die negativen Interaktionsmuster, in denen Sie stecken bleiben. Sie und Ihre Therapeut*in werden Ihre Interaktionen mit Ihrer Partner*in nachverfolgen und feststellen, wo und wie Ihre Kommunikation abbricht und wo Sie Ihre Verbindung zueinander verlieren.

Schritt 3: Besonders wenn Sie in diesen negativen Interaktionszyklen stecken bleiben, werden Emotionen in Ihrer Beziehung aufgewühlt. Diese Emotionen treiben gleichzeitig Ihren Zyklus an.

Vielleicht werden Sie sich zuerst der Wut oder Frustration, der Gleichgültigkeit oder Taubheit oder sogar des Rückzugs bewusst. Nehmen Sie im Inneren wahr, welche anderen Gefühle sich hinter diesen ersten, anfänglichen Gefühlen verbergen, wie etwa Schmerz, Traurigkeit oder Angst.

Beginnen Sie, diese „darunterliegenden“ Gefühle mit Ihrer Partner*in zu teilen. Es ist in Ordnung, wenn es sich „holprig“ oder „komisch“ anfühlt.

Sie werden manchmal (nicht immer) Ihre negativen Interaktionsmuster schneller entschärfen können.

Schritt 4: Beschreiben Sie Ihren Zyklus und erkennen Sie, was die Auslöser sind. Lernen Sie zu verstehen, wie die Dinge, die Sie tun, um sich selbst und Ihre Beziehung zu schützen, Ihren Partner beeinflussen und möglicherweise sogar bedrohen. Beachten Sie, wie Sie den Zyklus mitgestalten:

„Uns passiert es immer wieder: ... je mehr ich auf dich losgehe, weil ich eigentlich Angst habe, desto mehr ziehst du dich zurück, weil du dich verletzt fühlst...“

Verlangsamen Sie Ihre Gespräche, damit Sie die Gefühle, die unter der Oberfläche liegen, wahrnehmen und berühren können. Fangen Sie Ihre eigenen Gedanken auf („Es ist ihr egal“; „Ich bin unwichtig“), bevor Sie auf sie reagieren. Vielleicht fällt Ihnen auf, dass Sie Ihre Kurzschlussreaktionen zurückhalten können, um den Kreislauf zu vermeiden.

Möglicherweise wissen Sie noch nicht genau, wie Sie gemeinsam eine sichere emotionale Atmosphäre schaffen können, und Sie haben Angst, dass das „alte Muster“ zurückkehrt.

Wenn Sie jedoch entdecken, dass dieser negative Zyklus die Quelle des Unglücklichseins in Ihrer Beziehung ist, dann erkennen Sie, dass nicht Ihre Partner*in „der Feind“ ist, sondern der Zyklus.

Sie können dann gemeinsam (nicht gegeneinander) mit Ihrer Partner*in daran arbeiten, die Kontrolle über diesen negativen Zyklus zu gewinnen, und das ist eine spürbare große Verbesserung! Sie werden etwas Beruhigung oder vielleicht sogar bereits wieder mehr Verbundenheit und Momente von Nähe miteinander erfahren.

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Phase 2

Schaffen Sie eine neue, intime Beziehungsbindung; ändern Sie Ihre Kommunikationsmuster.

Schritt 5: Sie beide sind jetzt in der Lage, über Ihre Gefühle zu sprechen, die durch den negativen Zyklus ausgelöst werden, einschließlich der Dinge, die Sie vorher vielleicht nicht sagen konnten.

Weil es weniger Reibung und mehr Mitgefühl und damit mehr Sicherheit zwischen Ihnen gibt, können Sie Ihr inneres Erleben tiefer erforschen.

Wir alle haben manchmal Zweifel an uns selbst und haben vielleicht auch Angst davor, von anderen abhängig zu sein.

Vielleicht haben Sie in dieser Beziehung mit persönlichen Ängsten oder Unsicherheiten zu kämpfen.

Vielleicht haben Sie Lebenserfahrungen gemacht, die es schwierig machen, anderen zu vertrauen, dass sie für Sie da sind, und sich auf sie einzulassen.

Mit der Hilfe Ihrer Therapeut*in können Sie sich abwechseln und beginnen, diese „empfindlichen Stellen“ Ihrer Partner*in zu zeigen. Wenn Sie dieses Risiko eingehen, beginnt Ihre Partner*in, Sie wirklich zu sehen und zu verstehen und einfühlsam zu reagieren.

Schritt 6: Dieser Schritt beinhaltet, dass Sie engagiert bleiben und zuhören können, auch wenn Ihre Partner*in sich Ihnen gegenüber öffnet. Sie hören vielleicht Gefühle, die Sie überraschen.

Möglicherweise fühlen Sie sich desorientiert oder sogar verletzt, weil Sie den anderen noch nie zuvor auf diese Weise persönlich wahrgenommen haben.

Es ist in Ordnung, eine Mischung von Gefühlen zu erleben. Beginnen Sie damit, das, was Ihre Partner*in sagt, auf emotionaler Ebene zu verstehen, ohne dass Sie ihre Erfahrungen ändern oder selbst die Verantwortung dafür übernehmen müssen.

Bleiben Sie offen dafür, Ihre Partner*in auf eine neue Art und Weise zu erleben und zu verstehen. Lassen Sie sich von den neuen Äußerungen Ihrer Partner*in bewegen.

Schritt 7: Erforschen Sie, was Ihnen hilft, sich tief verbunden zu fühlen, was für Sie in dieser Beziehung am wichtigsten ist.

Ihre Therapeut*in hilft Ihnen, Wege zu finden, wie Sie Ihre Bedürfnisse in der Beziehung auf eine sowohl fürsorgliche als auch direkte Art und Weise erfragen können. Sie können sich an Ihre Partner*in anlehnen und mit ihr/ihm Kontakt haben, und sie/er ist in der Lage, auf liebevolle Weise zu reagieren.

Sie haben eine neue Art der Beziehung und Verbundenheit gefunden, wenn sich einer von Ihnen gestresst, verletzt oder unsicher fühlt.

Die Bindung zwischen Ihnen wird enger und intimer. Sie können Ihre eigenen tieferen Emotionen spüren, Ihre Wahrnehmungen überprüfen und über Gefühle sprechen. Sie können mit offenem Herzen zuhören, neugierig aufeinander sein und bei Bedarf Beruhigung anbieten. Sie haben beide das Gefühl, füreinander „da zu sein“.

Phase 3

Nutzen Sie Ihr neues, zugewandtes Miteinander, um Probleme zu besprechen und die Intimität zu wahren.

Schritt 8: Überdenken Sie alte Probleme oder Entscheidungen, die auf Eis gelegt wurden (z. B. Elternschaft, Finanzen, Sex, Familienangelegenheiten, gesundheitliche Bedenken usw.), während Sie emotional verbunden bleiben.

Sie haben die Erfahrung gemacht, dass Sie auch bei unterschiedlichen Standpunkten und Wünschen vom anderen gehört, geschätzt und angenommen werden und sich nahe und sicher fühlen.

Konzentrieren Sie sich darauf, zugänglich, ansprechbar und engagiert zu bleiben, während Sie über praktische Fragen sprechen. Gemeinsam können Sie alle Herausforderungen des Lebens leichter meistern.

Schritt 9: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben Ihre Beziehung umgestaltet!

Vielleicht ist es sogar das erste Mal in Ihrer Beziehung, dass Sie sich tief miteinander verbunden fühlen. Sie haben hart gearbeitet, um das zu erreichen. Deshalb ist es wichtig, dies zu feiern und Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um es zu schützen. Schaffen Sie gemeinsam Rituale, wie Sie Ihre Beziehung pflegen und stärken.

Englisch Original von Dr. Pat LaDouceur, Übersetzung von Dr. Barbara Heller.

Die Liebe ist ein kontinuierlicher Prozess des Strebens nach emotionaler Verbundenheit,
ihres Verlustes und der neuerlichen Suche.
Das Band der Liebe ist etwas Lebendiges.

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