Grenzen setzen



Was sind Grenzen? Schaden sie Liebesbeziehungen oder können sie vielleicht auch etwas Positives beisteuern? Hier findet ihr die verschiedenen Arten von Grenzen und wie sie sich auf die Beziehung auswirken.

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Manchmal geraten Paare in ein negatives Muster, worin wir unsere  Angst nicht wichtig für unseren Partner zu sein oder nicht an erster Stelle zu kommen äußern in  Grenzen. Wir fühlen uns zum Beispiel verletzt, weil unser Partner oft nicht zu Hause ist oder keine Lust auf Sex hat. Wir sagen dann Hier ist meine Grenze, du musst auch deine Rolle im Haushalt übernehmen! oder Hier ist meine Grenze, ich brauche mindestens ein mal pro Woche Sex. Wenn wir uns aber in einem LOVE-Gespräch mit den tieferen und verletzlichen Gefühle auseinandersetzen entdecken wir oft, dass es nicht um den Haushalt oder Sex geht, sondern um das Gefühl unserem Partner wichtig zu sein.

 


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Es kann schwierig sein, diese verschiedenen Grenzen zu unterscheiden.
Stelle dir immer die Fragen:
„Wird diese Grenze unseren Kontakt fördern oder behindern?“,
„Sorgt sie für mehr Ausgewogenheit von Geben und Nehmen in unserer Beziehung?“,
und „Drücke ich damit meine sekundären Gefühle aus oder können wir einander auf einer tieferen Ebene begegnen?“


Grenzen und Wunde Punkte

Manchmal verletzen wir uns in unseren Liebesbeziehungen - in der Regel ohne es zu wollen. Und dann haben wir Schmerz, fühlen uns verunsichert und werden ärgerlich. Obwohl  wir uns nach Liebe sehnen,  schützen wir uns dann um neuen Schmerz vorzubeugen. Im Reflex sagen wir: „Das kannst du mir nicht antun, hier ist eine Grenze!

Manchmal geht es noch tiefer - wenn zum Beispiel in unserer Vergangenheit emotionale Grenzen von uns nicht respektiert wurden, oder wir gar Traumatisches erlebt haben.

Wir empfehlen hier, genauer und tiefer hinzusehen, was die wirklichen Bindungsbedürnisse darunter sind. Was steckt jedoch unter dem Grenzen setzen? Das ist meist etwas wie: Ich bin wütend und setze Grenzen, weil du mir wehgetan hast, und das tut sehr weh, denn du bist mir so wichtig. Es macht mir auch Angst, denn ich frage mich dann: Wie wichtig bin ich dir eigentlich?“ 


Grenzen nicht gegen den anderen ziehen,
sondern für sich und die eigene Verletzlichkeit.


Grenzen als  SCHUTZ GEGEn emotionale Vernachlässigung

Die dritte Form der Grenzen kommt seltener vor. Es kommt zum Tragen, wenn es kein Gleichgewicht von Fürsorge und Liebe für den anderen gibt. Wir stehen bei unserem Partner nicht an der ersten Stelle. In dieser Beziehung haben wir das Gefühl, schlecht behandelt, benutzt oder ausgenutzt zu werden. Der verletzende Partner ist nicht auf Ausgewogenheit im Geben und Nehmen bedacht. Daraus kann keine gesunde Beziehung entstehen. Hier eine Grenze zu ziehen, ist ein gesunder Schutz, um nicht unterzugehen und sich verletzen zu lassen. Eine Faustregel ist dabei, dass Grenzen nicht gegen den anderen gezogen werden, sondern für sich und die eigene Verletzlichkeit. In echter Liebe löschen wir uns nicht selbst aus, indem wir uns dauerhaft aufopfern. Vielmehr ist echte Liebe die, in der Selbstfürsorge und Liebe für den anderen in Balance sind.

Die einzige Chance

Die einzige Chance, die so eine Beziehung hat, ist zu sagen: „So wie das hier läuft und wie ich dich erlebe, habe ich das Gefühl, ausgenutzt zu werden. Wenn sich […] nicht ändert, dann muss ich die Beziehung beenden. Ich liebe dich und ich will dir auch Liebe geben, aber ich kann mich selbst und meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse nicht so sehr vernachlässigen. Das will ich nicht. Ich will, dass das ausgeglichen ist. Ich will in einer Beziehung sein, in der ich mit meinen Bedürfnissen auch da sein kann. Wenn das nicht funktioniert, dann bist du nicht der richtige Partner für mich.“ Das ist eine Chance für den anderen, etwas an seinem Verhalten zu verändern.


In einer starken Liebesbeziehung reden wir in LOVE-Gesprächen
über unsere Bedürfnisse und primären Gefühle.
Grenzen zu setzen ist die Ausnahme.


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