Emotions­fokussierte Familientherapie (EFFT)


Die Emotionsfokussierte Therapie wird mit Paaren, Einzelpersonen sowie Familien angewendet. Sie wurde von Dr. Susan Johnson entwickelt und integriert die aktuellsten Erkenntnisse aus der Bindungs- und Emotionsforschung.

EFFT-Therapeuten konzentrieren sich auf die emotionale Erfahrung in einer Familie und die Problemmuster, die Familienmitglieder daran hindern, auf die Ressourcen zuzugreifen. Ein primäres Ziel von EFFT ist es, problematisches Verhalten zu reduzieren, indem neue Muster emotionaler Zugänglichkeit und Reaktionsfähigkeit geschaffen werden, die eine sichere Grundlage für die Entwicklung von Kindern und das Gedeihen von Familien bieten.

EFFT bietet einen praktischen Ansatz zur emotionalen Einbindung von Familien. Die Kraft emotionaler Erfahrung fördert die Heilung und die Widerstandsfähigkeit einer Familie gegenüber den alltäglichen und unerwarteten Herausforderungen des Lebens. 

Wenn wir hier von Eltern sprechen, meinen wir die zentrale Bindungsfigur, diejenige, die die alltägliche Fürsorge für das Kind innehat. Das können also z. B. auch Großeltern oder Betreuer sein.

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Eltern sein ist schwierig. Eltern verletzen aus Versehen ihre Kinder, sind nicht eingestimmt oder nicht empathisch. Das gehört zum Leben, und das ist normal - wichtig ist, zu lernen, wie wir als Eltern Bindungsverletzungen reparieren können.

In einer Familie, die für die Kinder als ein sicherer Hafen funktioniert, können wir folgendes sehen:

Eine Familie zu sein, erfordert einen lebenslangen Veränderungsprozess. Die Rolle und der Einfluss eines Elternteils können sich ändern, aber seine/ihre Bedeutung bleibt bestehen. Für ein Kind bleibt eine Mutter immer Mutter und ein Vater immer Vater.

Wachstum erfordert Exploration und Exploration ist wahrscheinlicher, wenn es sichere Bindungen gibt.

Eine Familie, die als sicherer Hafen funktioniert, macht es für Kinder einfach, einen sicheren Bindungsstil zu entwickeln.

Kinder und ihren Bedürfnissen ändern sich ständig.

In der frühen Kindheit geht es um „Halt mich fest“, aber mit den Jahren und spätestens mit der Pubertät geht es auch immer öfter um „Lass mich los“.

Es läuft schief, wenn Eltern und Kindern in ein negatives Muster geraten, worin negative Selbst- und Fremdbilder zu ungünstigem Verhalten führen, die in einer Feedbackschleife genau dieses negatives Bild bestätigen und weiter verfestigen.

Je nachdem, was im Prozess benötigt wird, wählt die Paartherapeutin zwischen:

  • Familiensitzung
  • Elternsitzung
  • Geschwistersitzung

Es entstehen:

  • Relationale Blockaden
  • Fehler aufgrund fehlender Empathie
  • Bindungs- verletzungen
Eltern benötigen selbst auch Fürsorge und Schutz.

Fürsorge zwischen Eltern und Kinder bedeutet, dass Eltern emotional präsent sind (ARE), wenn das Kind sie braucht. Kindern sind dagegen nicht für die Koregulierung von ihren Eltern verantwortlich. Im Gegensatz zu einer Paarbeziehung, in der emotionale Unterstützung in beide Richtungen fließt, ist Fürsorge und Schutz zwischen Eltern und Kindern eine Einbahnstraße. Wenn Eltern ihre Kinder brauchen, um sich selbst zu koregulieren, wird von Parentifizierung gesprochen.

Eltern benötigen selbst auch Fürsorge und Schutz, um Fürsorge und Schutz leisten zu können. Wenn keine anderen Erwachsenen emotional verfügbar sind ist, bei denen Eltern emotional Unterstützung und Empathie bekommen können, sind die Erfolgschancen für die Familientherapie wesentlich niedriger.

Wir helfen unseren Kindern nicht, wenn wir ihnen jeden Stein aus dem Weg räumen. Sie brauchen altersgemäße Herausforderungen. Kinder sollen eigene Lösungen für Problemstellungen finden. Nur dadurch haben sie persönliche Erfolgserlebnisse und erfahren, wie es sich anfühlt, Stolpersteine zu meistern.

Die fünf Hauptthemen der Emotionsfokussierten Familientherapie:

  1. Wachstum ist das Hauptziel. Bindungstheorie ist eine Entwicklungstheorie. Der Einfluss der Familie ist lebenslang.
  2. Beziehungsblockaden beeinträchtigen die resiliente Reaktion der Familien.
  3. Die emotionale Verfügbarkeit der Eltern ist ein wichtiges Ziel.
  4. Die emotionale Verletzlichkeit von Kindern beinhaltet das Durcharbeiten von Misstrauen und benötigt die empathische Antwort der Eltern.
  5. Für Wachstum sind korrigierende Begegnungen im Hier-und-Jetzt notwendig.
Gemeinsam starke Bindung aufbauen!
Eine sichere emotionale Verbindung
Eine sichere emotionale Verbindung stoppt keine Kämpfe, Unterschiede oder verletzten Gefühle in Beziehungen…