Schutz­mechanismus, Selbstschutz


Auch: Überlebensstrategie, Bewältigungsstrategie, Überlebensleistung

Wir Menschen schützen uns, wenn wir Angst, Schuld oder Scham fühlen. Insbesondere, wenn wir uns von unseren Lieblingsmenschen oder Bindungspersonen nicht gesehen, nicht geliebt, kritisiert oder alleingelassen fühlen, und wir nicht die Sicherheit haben, uns damit an sie direkt zu wenden, beginnen wir, uns zu schützen. Menschen sind resiliente und kreative Wesen und haben viele unterschiedliche Arten sich und ihre Beziehung zu schützen durch das Bindungssystem zu hypo- oder hyperaktivieren. Diese Schutzmechanismen können sowohl zwischen Partnern in Liebesbeziehungen als auch zwischen Eltern und Kindern in Familien auftreten. Welchen Mechanismus wir in einer schwierigen Situation anwenden, wird teilweise durch unseren Bindungsstil bestimmt.

Wir kaschieren somit unsere Verletzlichkeit, wenn wir uns nicht sicher aufgehoben fühlen und davor Angst haben, wie der andere reagiert. Obwohl diese Schutzmechanismen im Alltag sehr nützlich sein können, z. B. indem wir eine gute Chefin, ein produktiver Mitarbeiter, eine starke Anwältin, eine motivierte Putzkraft sind, werden sie uns in Beziehung mit unseren Lieblingsmenschen zum Verhängnis. Hier „beißt die Katze sich in den eigenen Schwanz“, denn unser Partner reagiert genau auf unseren Schutzmechanismus, womit ein negativer Kreislauf entsteht, der unsere Beziehung und damit auch uns gefährdet.

Der Schlüssel liegt darin, unsere Verletzlichkeit zu zeigen, und mit unserem Partner empathisch und liebevoll zu sein, wenn er oder sie sich uns anvertraut.

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